Berlin unterstützt alle Länder des Westbalkans auf dem Weg der Europäischen Union

In der Debatte um den Beitritt der Länder des Westbalkans zur Europäischen Union hat Bundeskanzler Olaf Schulz diesen Ländern seine Unterstützung zugesagt. „Alle sechs können auf Deutschlands Unterstützung auf ihrem Weg nach Europa zählen“, sagte er am Freitag in Brüssel mit Blick auf Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Bosnien und den Kosovo. Jetzt müssen schnell bemerkenswerte Erfolge erzielt werden, um die Länder für ihre Reformbemühungen zu belohnen.

Schulz betonte, Deutschland stehe fest zu der Beitrittsmöglichkeit. Am ersten Tag des EU-Gipfels am Donnerstag entbrannte eine intensive Debatte über das Thema. Hintergrund ist zum einen die anhaltende Blockade des EU-Mitgliedstaates Bulgarien gegen den Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien. Dies verhinderte auch die Aufnahme von Verhandlungen mit Albanien, die zeitgleich mit Nordmazedonien beginnen sollten. Der Kosovo lehnt die von der EU-Kommission vorgeschlagene Visaliberalisierung aufgrund des Widerstands einiger westlicher und nördlicher EU-Staaten weiterhin ab. Bosnien und Herzegowina wird nun der Kandidatenstatus zuerkannt, wenn es die von der Kommission gestellten Bedingungen erfüllt.

Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag wurde lange darüber debattiert, ob die der Ukraine und Moldawien gewährte Platzierung des EU-Kandidaten auf dem Gipfel fair gegenüber den Westbalkanländern ist, die seit Jahren auf Fortschritte auf dem Weg in die EU warten. . Vor allem Serbien und Albanien äußerten in Brüssel ihre Verbitterung.

Bundeskanzler Karl Nehammer sagte am Donnerstag in Brüssel, auf dem Westbalkan-Gipfel im Vorfeld des EU-Gipfels sei deutlich geworden, dass es erhebliche Frustration gebe und dass die Fortschritte noch begrenzt seien. Er sprach von intensiven Diskussionen auf dem Gipfel zur EU-Erweiterung über einen Zeitraum von dreieinhalb Stunden. Der Gipfel forderte die Kommission der Europäischen Union auf, den Prozess der Platzierung des Kandidaten zu beschleunigen. “Das werden die Ergebnisse dieses Jahres zeigen.”

Die Kanzlerin räumte ein, dass es im Fall der Ukraine einen Stimmungsumschwung in der EU gegeben habe, und zwar nicht nur an sich, denn Deutschland und Frankreich seien zunächst skeptisch gewesen. Der Bericht der EU-Kommission zeigte jedoch, dass die Ukraine und Moldawien dazu bereit sind. “Der Status des Beitrittskandidaten bedeutet keine Beitrittsverhandlungen”, sagte Nahamer.

Die Kanzlerin sagte, dass Bosnien und Herzegowina noch in diesem Jahr den Status eines offiziellen Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union erhalten kann, wenn es ein wichtiges Wahlgesetz und Verfassungsreformen umsetzt. Bosnien wäre “wieder in den Fokus gerückt”, obwohl die Ukraine mit dem Krieg das dominierende Thema sei.

Österreich setzt sich stark für die Annäherung des Westbalkans an die Europäische Union und schließlich eine Vollmitgliedschaft ein. Die Stimmung unter den Einwohnern Österreichs ist mehr als konservativ. Laut einer vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Eurobarometer-Umfrage befürworten 45 Prozent der Befragten in Deutschland die schnelle Aufnahme neuer Länder, 50 Prozent lehnen sie ab und fünf Prozent sind unentschlossen. Unter allen EU-Bürgern insgesamt befürwortet die Mehrheit die Beschleunigung der EU-Erweiterung aufgrund des Krieges in der Ukraine. EU-weit gaben 58 Prozent der Befragten an, angesichts des Krieges in der Ukraine die Aufnahme neuer Mitglieder in die Europäische Union beschleunigen zu wollen. 36 Prozent gegenüber dem EU-Durchschnitt.

Österreichische Abgeordnete wie Lukas Mandl (ÖVP), Andreas Schieder (SPÖ), Thomas Waitz (Grüne) und Claudia Gamon (NEOS) äußerten sich in der Sendung am Donnerstag positiv über die Perspektiven der Ukraine und Moldawiens, pochten aber gleichzeitig auf Fortschritte bei der europäischen Annäherung Unter den sechs Westbalkanländern. Anders äußerte sich der Leiter der FPÖ-Delegation, Harald Velimsky, am Freitag: „Der Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu verleihen, ist eine völlig falsche Entscheidung“, sagte der Europaabgeordnete mit Blick auf den Aggressionskrieg des Landes. Russland liegt. Es sei ganz klar, dass die Ukraine “die Anforderungen an Korruption, Oligarchie und Rechtsstaatlichkeit nicht im Entferntesten erfüllt”. Das hat der Bericht des Rechnungshofs der Europäischen Union im Herbst ergeben.

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