Brad Pitt in Bullet Train in einem Zug voller Mörder

eZu den typischen Charakteren des Action-Genres gehört das uralte Kriegerpferd, das mit seiner Vergangenheit fertig ist und nur noch seine Ruhe will. Im “Hochgeschwindigkeitszug” dort Brad Pitt, mit zerknitterter Sonne und Touristenhut, wie dieser Auftragskiller, der in Japan landete, aber lieber in einem Zen-Tempel als im Streit die Erleuchtung suchte. Arbeit geht vor Askese. Und so nahm Pete den Hochgeschwindigkeitszug nach Kyoto, um einen sehr einfachen Job zu erledigen. Er muss eine Tasche finden, stehlen und an der nächsten Station aussteigen. Was kann schon schief gehen?

Alles, was schiefgehen kann, geht schief

Freunde dieses Typs wissen: Alles kann schiefgehen. Und einige andere Dinge auch. Also merkt Pete bald, dass er nicht der einzige Mörder im Zug ist. Der gleichnamige „Hochgeschwindigkeitszug“ spielt nicht nur auf den japanischen Hochgeschwindigkeitszug an, sondern auch auf die unzähligen Kugeln, die im Inneren durch die Luft fliegen werden.

Mit an Bord sind die ungleichen Brüder Tangerine (Aaron Taylor-Johnson) und Lemon (Brian Tyree Henry), die den Sohn des russischen Mafiabosses und eine Tüte Geld nach Kyoto transportieren sollen. Auf dem Weg in die erste Klasse sinnt ein japanischer Yakuza (Andrew Koji) nach dem Unfall seines kleinen Sohnes auf Rache. Und die anderen sechzehn Stände wimmeln von mexikanischen Schlägern mit großen Messern, amerikanischen Killern mit tödlichen Injektionen und Ex-Mafia-Mitgliedern mit Schwertern unter ihren Mänteln – und warum nicht? Auch eine hochgiftige Schlange.


Gleich beginnt die Schlacht: Brian Terry Henry und Brad Pitt im „Bullet Train“.
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Bau: Sony Pictures


Wenn sich all diese Charaktere jetzt mit Worten, Pistolen und allerlei Zugausrüstung gegenseitig angreifen, könnte das ein Durcheinander werden – und in vielen Action-Sequenzfilmen wäre es das, wenn die wilden Schnitte und frenetischen Kamerafahrten simulieren sollten Geschwindigkeit. Auf der anderen Seite weiß Regisseur David Leach, was er tut, schließlich hat er seine Karriere als Geschäftsmann begonnen. Vielleicht schickt er seinen Hauptdarsteller Brad Pitt deshalb mit so viel Spaß durch alle möglichen Herausforderungen – vom Duell in einer engen Zugbar bis zum Angriff einer Schlange in einer japanischen Hightech-Toilette -, weil er seinen Körper bereits studieren konnte sehr würden wir. Dreimal in „Ocean’s Eleven“ (2001), „Troy“ (2004) und „Mr. and Mrs. Smith“ (2005) war er Stuntdouble für Pete.

Kung-Fu-Filme und amerikanisches Action-Genre

Vor acht Jahren gründete Leach die Produktionsfirma 87 North Productions und spezialisierte sich darauf, die Kunst asiatischer Kung-Fu-Filme mit dem amerikanischen Action-Genre zu verbinden. Für Filme wie „John Wick“ (Keanu Reeves als Ex-Attentäter in Revenge of the World) oder „Atomic Blond“ (Charlize Theron Als Arbeiter in Berlin während des Kalten Krieges) bedeutet das, dass die Kamera so subtil um die Kämpfer herumtanzt, dass das Filmpublikum nie den Überblick verliert. Wenn Sie wissen möchten, wie Regisseur Leitch Kampfkunst definiert, sehen Sie sich diese Szene aus Atomic Blonde an, in der Charlize Theron zehn Minuten damit verbringt, die Treppe eines Wohnhauses hinunterzusteigen, wobei sie Tritte, Fäuste und alles andere außer Stehlampen und Kochherden einsetzt trotzdem. Wie es in deine Hände fällt, gebraucht. Ähnlich kreativ geht es im Zug zu.

Leitch unterbricht die Kampfszenen ausführlich – Henry und Taylor Johnson argumentieren exzentrisch, als wären sie gerade aus dem Film der Coen Brothers gekommen. Aber auch Leach erweist sich als guter Geschichtenerzähler, wenn er die traurige Geschichte des mexikanischen „Wolf“-Killers aus der Kindheit in zwei Minuten in eine blutige Hochzeit verpackt und das Drama nur durch kommentierte Fotos vermittelt.

Weil „Bullet Train“ auf dem Roman „Maria Beetle“ des japanischen Bestsellerautors Kotaro Isaka basiert, erhoben einige amerikanische Kritiker schnell den Vorwurf der kulturellen Aneignung. Doch der Autor Isaka selbst widersprach dem, in einem Interview mit der „New York Times“ sagte er, dass er in seinem Buch eine wilde Mischung aus Charakteren erfunden habe, die weder echt noch wirklich japanisch seien. „Bullet Train“ nimmt diese Idee nicht nur durch seine Besetzung auf, die japanische, amerikanische, britische und puertoricanische Schauspieler umfasst. Neonlichter von Großstädten und ein detaillierter Zugabteil versetzen den Film in eine elegantere Zukunft, in der es manchmal sehr brutal zugeht. Was kann man mehr von Actionfilmen im Unterhaltungskino erwarten?

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