Corona-Tests: Ein Ärztekomitee will Bürgertests dauerhaft absagen

Tests für Corona-Bürger werden ab Freitag nicht kostenlos sein – aber durch die Zahlung von drei Euro zusätzlich kann fast jeder trotzdem einen amtlichen Schnelltest bekommen. Als Begründung genügt eine interne Veranstaltung am Abend.

Für Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) sind sie „wertvoll“ und „wichtig“, für GKV-Chef Andreas Jassen (59) aber völlig unnötig: Corona-Bürgertests!

Gassen zu BILD: „Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden!“ Es sei “ein sinnloses Ereignis, gesunde Probanden von fragwürdiger Qualität ohne Anlass zu testen”.

Hammer-Ankündigung vom Chef der Kassenärzte!

Teure Bürgerprüfungen

Gassen begründet seine Behauptung: Bürgertests seien teuer, hätten keine epidemiologische Aussagekraft und hätten unter anderem durch die neue Drei-Euro-Regelung (siehe unten) viel Bürokratie verursacht. Laut Jasin hielten die Ärzte es nicht mehr aus.

Aber: Die Ärzte des Teams setzen sich stattdessen für PCR-Tests bei symptomatischen Patienten ein, um eine COVID-19-Infektion eindeutig nachzuweisen.

In einem Brief an Lauterbach (verfügbar bei BILD) machten die Chefs der siebzehn Ärztekreise ihrer Wut Luft. Man wolle nicht “mit einem Auge dafür verantwortlich sein, Zahlungen für Daten zu leisten, die sie nicht einmal validieren können”. Deshalb wollen sie die Rechnungen für Vorsprechen nicht mehr übernehmen.

Zudem kritisieren Mitglieder der Kommission die mangelnde Beteiligung an dem Verfahren. Lauterbach gab der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vier Stunden und 15 Minuten Zeit, um einen Entwurf der neuen Prüfungsordnung zu prüfen und Änderungswünsche zu äußern.


Foto: OMER MESSINGER/AFP

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Kassenärztlicher Chefarzt Andreas Jassin (59) Foto: OMER MESSINGER / AFP

► Auch der Virologe Jonas Schmidt Schnasett (43, Universität Hamburg) will die Tests beenden, sagte er zu BILD: „Tests bringen kaum etwas, die Effizienz dieses Verfahrens ist gering.“ Der Staat gibt Milliarden für „unzumutbare Tests“ aus (der letzte davon eine Milliarde Euro / Monat), deren Ergebnisse „keine medizinischen Konsequenzen haben“.

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat in seiner Stellungnahme zur Vorbereitung auf den Corona-Fall zudem empfohlen, die Testung von Menschen ohne Symptome schrittweise einzustellen.

Lauterbach hingegen will bei den Bürgertests bleiben. In einem Brief an die Mitglieder der Ampelgruppen (liegt BILD vor) schrieb der Minister: „Tests können einen wesentlichen Beitrag zur Unterbrechung von Infektionsketten leisten.“

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte gegenüber Bild: “Tests sind kein Quatsch, sie retten Leben, indem sie Infektionsketten unterbrechen. Wir gehen davon aus, dass die KVs als öffentlich-rechtliche Unternehmen ihrem Auftrag zur Abrechnung und Stichprobenprüfung von Teststellen auch weiterhin nachkommen. Der Minister ist bereits in Gesprächen mit dem Leiter der KBV, eine Lösung zu finden, wie die neuen Regeln unbürokratisch umgesetzt werden können“ .

Neuer Versuchsschiefer von Lauterbach

Lauterbach stellte am Mittwoch die neue Testtafel vor. Dazu gehören: die vielen Szenarien und Ausnahmen, bei denen den Bürgern noch ein Anspruch auf einen kostenlosen Test oder drei Euro zusteht.

Sie müssen drei Euro bezahlen, wenn…

  • Möchte an internen Veranstaltungen (z. B. Konzerten) teilnehmen.
  • Personen, die Kontakt zu Personen über 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen hatten
  • Wer hat eine rote Corona-Warn-App

irgendjemand …

  • weniger als fünf Jahre
  • Eine Impfung ist aus medizinischen Gründen nicht möglich (z. B. Schwangere)
  • Teilnahme an Impfstoffstudien
  • Er will sich nach einer Corona-Erkrankung kostenlos testen lassen

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