Ein russischer Journalist protestiert gegen den Krieg in der Ukraine

DRDie russische Journalistin Marina Ovgannikova hat sich erneut gegen den Völkermordkrieg Russlands ausgesprochen Ukraine Protest. Und allein in der Nähe des Kremls erschien ein Transparent mit der Aufschrift „Putin ist ein Mörder“ und „Seine Soldaten sind Faschisten“. Marina Ovsyannikova veröffentlichte am vergangenen Freitag Aufnahmen ihres Protests auf ihrem Telegram-Kanal. Am Sonntag meldete ihr Team erneut via Telegram, Ovzyannikova sei festgenommen und für einige Stunden auf die Krasnoselsky-Polizeiwache in Moskau gebracht worden. Bilder von ihrer Verhaftung zeigen, wie sie von zwei Polizisten in einen weißen Lastwagen gebracht wird. Der Journalist ist laut dem unabhängigen russischen Medienprojekt für Menschenrechte OVD-Info jetzt wieder auf freiem Fuß. Und Ovsjannikova selbst schrieb am Montagabend auf ihrer Facebook-Seite: „Ich bin wieder zu Hause, alles ist in Ordnung.“ „Jetzt weiß ich, dass es besser ist, das Haus mit meinem Pass zu verlassen“, fügte sie hinzu.

International bekannt wurde die 44-jährige Marina Ovsianikova durch ihre erste Protestaktion am 14. März, als sie in den Abendnachrichten des staatlichen Pervi-Kanals mit einem Pappschild gegen Russlands Angriffskrieg protestierte. Die ehemalige Stationsangestellte schlich sich hinter die Sprecherin und hielt ein Transparent hinter sich, auf dem stand: “Stoppt den Krieg. Glauben Sie der Propaganda nicht. Hier werden Sie mich anlügen” vor laufender Kamera. Nach dem Protest wurde sie kurzzeitig von der Polizei festgenommen, kam aber wieder frei und wurde mit einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 250 Euro) belegt. Anschließend verbrachte sie mehrere Monate im Ausland und arbeitete kurzzeitig für die Tageszeitung „Die Welt“. Anfang dieses Monats gab sie bekannt, dass sie nach Russland zurückkehren würde, um sich mit ihrem Sorgerechtsstreit auseinanderzusetzen.

Nach dem mehrfach verschärften Gesetz gelten Handlungen wie die von Marina Ovasyanikova als „Falschinformationen“ und „Beleidigung“ des Militärs. Sie werden bestraft und können mit langen Haftstrafen bestraft werden. Von Beginn des russischen Angriffskrieges an war der Hauptvorwurf die „Diskreditierung der Armee“. Der Anwalt von Ovsyannikova vermutete, dass sein Mandant unter diesem Verdacht stand. Die russische Justiz hat jedoch noch keine weiteren Ermittlungen gegen Ovsyannikova eingeleitet.

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