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Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, geschwollene Lymphknoten – was wie eine Grippe- oder Corona-Erkrankung aussieht, entpuppt sich oft als Infektion mit dem Affenpockenvirus. Zu diesen Symptomen gesellt sich schnell ein Ausschlag, der wie Windpocken oder Herpes aussieht und solche unschönen Narben hinterlassen kann. Corona ist noch nicht besiegt, die nächste Virus-Epidemie breitet sich bereits aus. Aber dieses Mal ist das Medikament besser vorbereitet als das Covid-19-Virus. Andererseits wirkt Imvanex Pockenimpfstoff auch gegen Affenpocken. Andererseits hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihrer Lernplattform openWHO aktuelle Online-Kurse zu der Viruserkrankung veröffentlicht. Das teilte das deutsche Hasso-Plattner-Institut (HPI) mit, das die Lernplattform der Weltgesundheitsorganisation technisch betreut.

Auf Englisch oder Französisch können Interessierte kostenlos das Wichtigste über Vorbeugung, Früherkennung, Ansteckungsmethoden, Symptome und Bekämpfung von Affenpocken erfahren. Kurz nach Bekanntgabe der Genfer Weltorganisation am 24. Mai hatten sich weltweit bereits mehr als 46.000 Menschen für die Kurse angemeldet. “Es gibt einen kombinierten Einführungskurs und einen Vertiefungskurs. Beide sind speziell auf afrikanische Länder ausgerichtet, in denen die Krankheit endemisch ist”, sagt HPI-Direktor Prof. Dr. Christoph Menell. Das Angebot an unterschiedlichen Gesundheitskursen bei WHO Open besteht seit fünf Jahren. 6,6 Millionen Teilnehmer sind in 148 Studiengängen eingeschrieben, die in 64 Sprachen unterrichtet werden.

Online-Training und weltweiter Informationsaustausch ist ein wichtiger Bereich der modernen Medizin. Andreas Gerber, CEO von Janssen Deutschland, der Pharmasparte des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson, stellt fest: „Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Big Data ermöglichen es, unglaubliche Datenmengen unabhängig von Zeit und Ort zu verarbeiten.“ “Wir sehen, dass Wissenschaftler auf der ganzen Welt enorme Fortschritte in der Molekulargenetik, Mikrobiom- und Biomarkerforschung machen.” Dadurch können Krankheiten frühzeitig diagnostiziert werden, lange bevor die ersten Symptome auftreten. Bei der Alzheimer-Demenz beispielsweise lassen sich individuelle Veränderungen mehr als zehn Jahre vor der ersten kognitiven Beeinträchtigung feststellen. Einige Krebsarten, die Jahre ohne Symptome vergangen sind, können auch früh erkannt werden.

Früherkennung durch künstliche Intelligenz

Dies eröffnet jungen Playern und großen Gesundheitskonzernen neue Geschäftsfelder. Das Tübinger Startup AIRAmed, eine Abteilung des Universitätsklinikums, entwickelt KI-basierte Software zur Verbesserung der Früherkennung, zuverlässigen Differenzialdiagnosen und Überwachung der synaptischen Therapie für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz und andere wie Parkinson. Mit AIRAscore lassen sich bereits sehr kleine Veränderungen im Gehirn nachweisen. sagt Dr. Tobias Lindig, Neuroradiologe und Geschäftsführer von AIRAmed.

Die Softwareprodukte von AIRAmed basieren auf neuronalen Netzen, einer besonderen Form der künstlichen Intelligenz. Es ermöglicht die schnelle und genaue Messung von Kopf-MRT-Bilddaten. Einzelne Bilddaten werden mit einem großen Bestand an gespeicherten Referenzdaten verglichen. Dadurch kann überprüft werden, ob die einzelnen Messwerte sowohl für das Alter als auch für das Geschlecht normal sind oder von der Norm abweichen. Die Messwerte für die verschiedenen Hirnregionen werden dann ähnlich wie die Laborergebnisse im Auswertungsbericht ausgegeben. Dies liefert dem Kliniker wichtige Anhaltspunkte für eine angemessene Differenzialdiagnose sowie für seine eigene Beurteilung.

Andreas Gerber geht noch einen Schritt weiter. Chef Jannsen fragt sich, was wäre, wenn man Krankheiten nicht nur anhand von Biomarkern im Voraus erkennen, sondern gezielt gegen pathogene Prozesse vorgehen und Krankheitsausbrüche verhindern könnte? Dieser Ansatz zur Früherkennung und Beendigung der Krankheit, „Disease Interception“, ist noch Zukunftsmusik. Forschungen bei Jannsen deuten jedoch darauf hin, sagt Gerber, dass dies innerhalb weniger Jahre Realität werden könnte.
Abstrakter ist die Recherche von Markus Reiberg, der als Ingenieur bei Sanofi arbeitet. Rehberg erforscht digitale Anwendungen in der Immunologie. Es erstellt virtuelle und digitale Patienten auf Basis realer Patientendaten. Es funktioniert, um das richtige Medikament in der optimalen Dosis für einzelne Behandlungen zu bestimmen. Sie müssen die Person biologisch nicht bis ins letzte Detail kennen. Durch mathematische Verarbeitung von Studiendaten können Modelle erstellt werden, deren Daten dann klinisch validiert werden. Da sowohl die Datenbank als auch die Rechenleistung weiter wachsen, werden die so gewonnenen Erkenntnisse immer genauer.

Riebergs Mitarbeiterin Jessica Grounschlager, Brand Managerin für seltene Krankheiten bei Sanofi Genzyme, ist eine Art Wissensmanagerin. Allein am Muskel gebe es 800 verschiedene Erkrankungen, die sehr selten vorkämen und meist schwer zu erkennen seien. Das Artis-Projekt – KI-Lösungen powered by Sanofi helfen bei der Identifizierung dieser Krankheiten. Grundlage ist ein Fragebogen, in dem Patienten Angaben zu ihren Beschwerden machen. Im Hintergrund des Programms rechnet die KI aus, ob es sich um eine Muskelerkrankung handeln könnte und wenn ja, um welche. Ärzte können sich in das System einloggen, einen Diagnosevorschlag von Artis abrufen und weitere Schritte einleiten. Das spart viel Zeit. Gleichzeitig verbessern die Erkenntnisse aus dem selbstlernenden System die Genauigkeit zukünftiger Vorhersagen.

digitales Defizit

Mittlerweile kommen KI-basierte Systeme in Krankenhäusern zum Einsatz. Allerdings ist der individuelle Digitalisierungsgrad in deutschen Kliniken eher moderat. Das DigitalRadar-Konsortium hat ermittelt, dass der durchschnittliche DigitalRadar-Score für deutsche Krankenhäuser nur 33,25 Punkte von maximal erreichbaren 100 Punkten beträgt. Sagt Professor Dr. Alexander Gesler, Associate Project Leader bei DigitalRadar. Es gibt immer noch Kliniken, die wie zu Sauerbruchs Zeiten Patientenakten inklusive Medikamente weitgehend auf Papier führen.

Doch digitale Strategien und künstliche Intelligenz dringen nach und nach in Operationssäle und Krankenzimmer ein. Beispielsweise entwickelt das Medizin-Startup X-Cardiac GmbH eine KI-basierte Software, mit der postoperative Komplikationen nach schweren Herzoperationen vorhergesagt werden können. Das x-cardiac-Team trainierte das xc-bleeding-Programm anhand gespeicherter, anonymisierter Daten von fast 50.000 Patienten. „Durch unsere KI-basierte Software können wir zur notwendigen Digitalisierung im Klinikalltag beitragen“, sagt Oliver Hubner, Geschäftsführer von X-Cardiology. Ein zweites Medikament, Kidney Injury XC, zur Vorhersage von akutem Nierenversagen befindet sich bereits in der Entwicklung.

Die Digitalisierung lässt nicht nur im Klinikalltag, sondern auch in den niedergelassenen Praxen noch zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis des Praxisbarometers Digitalisierung 2021, einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unter mehr als 2.600 niedergelassenen Ärzten. Stefan Hofmeister, KBV-Vizepräsident, sagt: „Das ist besonders tragisch, weil die Mehrheit der Kliniker der Digitalisierung bereits positiv gegenübersteht und sich Vorteile für die Pflege erhofft.“ Die digitale Vernetzung kann den Informationsaustausch rund um die Pflege beschleunigen und zu Effizienz führen verbessert die Behandlungsqualität, verbessert die Behandlungsqualität und hilft, Wiederholungsuntersuchungen zu vermeiden.“
Aber die Praxis offenbart die Mängel. Laut KBV leiden Kliniker unter häufigen technischen Ausfällen, unausgereiften Anwendungen und unrealistischen Umsetzungsfristen für gesetzliche Anforderungen. Die Folge ist Frust. Beim elektronischen Rezept sei etwa in Kauf genommen worden, „dass in den Praxen ein Verfahren zum Einsatz kommt, das nachweislich nicht funktioniert“, klagt Hoffmeister.

Ebenso steht die Mehrheit der Patienten den verschiedenen digitalen Angeboten skeptisch gegenüber. Die Kontaktaufnahme mit Ärzten per Telefon, Telefon oder App wird nach Corona akzeptiert, so der Sanofi Health Trend 2022, bei dem 1.000 Männer und Frauen zu ihrer Einstellung zu digitalen Angeboten befragt wurden. Aber bitte auch in Zukunft: Computer und Roboter sollen Arztpraxen nicht unterstützen, digitale Gesundheitshelfer keine Daten sammeln, Körperdaten überwachen oder gar vor ungesundem Verhalten warnen. Und sicherlich sollte KI keine Diagnose stellen. Numerologen sind trotz ihrer vielen Tugenden zu Halbgöttern in Weiß geworden, die immer noch einen Hauch von Dr. Brinkman schlägt zu, er ersetzt wohl nicht so schnell.

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