München: Schauspieler Friedrich von Thun wird 80 Jahre alt – München

Zum Thema Toleranz sagte der saarländische Kabarettist Gerd Dudenhofer seiner Bühnenfigur Heinz Becker: „Ich bin wirklich nicht intolerant. Ernst Thun Hohenstein sah das ähnlich. Als sein jüngster Sohn sich in München für ein Theaterstudium einschrieb und überlegte, es zu werden ein Schauspieler, ein besorgter Vater lief in Axel hinein, von Ampser, einer der berühmtesten Schauspieler und Regisseure der Nachkriegszeit, verlangte, über diesen Unsinn zu sprechen.

Ambetter versprach, sich den Jungen anzuschauen, sagte Thun wenig später, der Junge solle es versuchen – und besetzte gleich den Kammerspiele-Lehrling für das Stück „Gewitter am See“. Unter den Zuschauern saß der große Regisseur Helmut Kutner, wenig später trat der Newcomer im Film auf und spielte in “Lasbubengeschichten”. So begann 1962 die Karriere von Friedrich Ernst Peter Paul Maria Thun Hohenstein. Und am 30. Juni, an seinem 80. Geburtstag, ist er noch nicht fertig.

Thons Schauspielkarriere begann mit „Lasbubengeschichten“.

(Foto: privat)

Film-, Fernseh- und Theaterszene ohne den großen Anführer wäre der Gentleman, der Zauberer, der Verspielte, der Sanfte viel ärmer. untergeordnet Spiegel Einmal ein Bild mit dem Titel “Eine Nummer für eine Umarmung”. Thon stand in mehr als 200 Produktionen vor der Kamera oder auf der Bühne. Bekannt ist er in Serien wie „Der Bastian“, „Die Verbrechen des Professor Capellari“, „Der Bulle von Tölz“ oder an der Seite von Senta Berger in „Die Schnell Gerdi“. Etwa in dem Vietnamkriegsdrama „OK“, einer Verfilmung von „A Pale Blue Woman’s Writing“ und der Komödie „Helen, Fred und Ted“, die ihm 2007 den Bayerischen Fernsehpreis einbrachte. Und ja, Anfang der 1970er Jahre er war auch Teil des “Schulmädchen”-Teams Reports”, wie viele andere Kollegen, aus denen später etwas wurde.

In „Benjamin Blümchen“ spielte er Zoodirektor Herrn Tierlieb, schwingt sich auf einem „Traumschiff“ und durch die Landschaften von Rosamunde Pilcher, er hat noch eine Hauptrolle in der ARD-Serie „Zimmer mit Stall“, zuletzt im ZDF sechs Teil der Serie „Der Palace“, an Ostern war er als Lehrer im Animationsfilm „Die Hasenschule – Die große Eierkralle“ zu hören. Er kann aber auch ernst sein: 1993 spielte er in “Schindlers Liste” den SS-Obersturmführer Rolf Czurda. Und als wäre das nicht bunt genug, hat er auch über 60 Dokumentarfilme gedreht, in denen seine Abenteuer- und Entdeckerlust weiterlebte: Bora Bora, Osterinsel, Ayers Rock – Neugierige haben alles gesehen. Rückblickend sagte er: „Ich habe das Glück, meinen Job mit großer Freude machen zu können.“

Er war nicht in den Kinderschuhen, bis er auf der Bühne landete. Thon wurde mitten im Krieg in Mähren Kvasice bei Brünn im heutigen Tschechien geboren. Seine Adelsfamilie reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Er sagte einmal in einem Podcast: „Sie waren Ritter und Diener der Bischöfe, aber als du klein warst, war es dir egal.“ Später recherchierte er genealogisch und fand Thun namens Mozart, Chopin schrieb zu Hause im Schloss einen Walzer für die Schwester seiner Großmutter, und auch der Oberbefehlshaber von Kaiser Maximilian von Mexiko war Thun.

An die Anfangsjahre im Schloss kann er sich nicht erinnern. Es beginnt erst in einer anderen Welt: in einem ehemaligen Konzentrationslager, in dem die Familie nach dem Krieg für anderthalb Jahre verboten untergebracht war. „Meine Mutter musste im Wald arbeiten, mein Vater in seiner eigenen Ziegelei“, erinnert sich Thun. Hunger sei allgegenwärtig: „Einmal kam meine Mutter mit einem Ei. Dann wurde es unter den vier Kindern aufgeteilt …“ Allerdings „fühlte er nicht, dass es litt.“ Auch von den Eltern kam keine „Beschwerde“, also muss man einfach weiter machen. Heute sieht er die Kündigung sogar als Glücksfall: „Für die Eltern war es ein anfänglicher Verlust, aber wenn wir in Mähren geblieben wären, hätte mein älterer Bruder das Schloss irgendwann erworben und ich wäre vielleicht Rübenbauer geworden .“ So landete er in München, wo er „sehr liebt.“ Live, wie er einmal in einem Interview betonte.

An seinem 80. Geburtstag: Nicht einmal auf der Bühne, sondern Zuschauer: Friedrich von Thun im Mai bei der Uraufführung der Oberammergauer Passionsspiele.An seinem 80. Geburtstag: Nicht einmal auf der Bühne, sondern Zuschauer: Friedrich von Thun im Mai bei der Uraufführung der Oberammergauer Passionsspiele.

Nicht einmal auf der Bühne selbst, sondern als Zuschauer: Friedrich von Thun im Mai bei der Premiere der Oberammergauer Passionsspiele.

(Foto: Angelica Warmouth / dpa)

Die Eltern flohen mit nur einem Koffer mit vier Kindern in die Steiermark, wo Friedrich auf ein Internat ging: 40 Jungen in einem Internat, und im Winter gefror das Wasser: „Es war schwierig, aber eher angenehm“, erinnert sich Thun. Er kennt sich mit klassischer Musik und gregorianischen Hymnen aus – und ist vertreten, wenn ihn ein Priester in „Ali Baba und die vierzig Räuber“ ins Theaterensemble wirft. „Es war eine ziemlich naive Zeit“, erinnert er sich, „denn die Schauspielerei war mein Ventil. Wenn ich die Vokabeln in Griechisch oder Latein nicht kannte, sagte ich: ‚Ich muss die Nestroy-Schrift lernen!’“ „Ich hatte keine Ahnung, dass das mein Beruf werden würde.“ Aber es war. So sehr wie Papa gekämpft hat.

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