Nach jahrelangen Verhandlungen: Die Europäische Union und Neuseeland schließen ein Freihandelsabkommen

Stand: 30.06.2022 17:48 Uhr

Weniger Zölle, mehr Klimaschutz: Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Neuseeland sind erfolgreich abgeschlossen. Dadurch soll der bilaterale Handel um 30 Prozent gesteigert werden.

Nach vierjährigen Verhandlungen haben sich die Europäische Union und Neuseeland auf ein gemeinsames Freihandelsabkommen geeinigt. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach nach dem Treffen mit der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern von einem historischen Moment. Ardern sagte, dass 97 Prozent der Waren, die Neuseeland in die Europäische Union exportiert, im Rahmen des Abkommens zollfrei sind. Seit 2018 laufen Gespräche zu diesem Thema.

Bevor das Freihandelsabkommen in Kraft tritt, müssen sich zunächst die EU27 und das Europäische Parlament einigen. Ziel des Abkommens ist es, den bilateralen Handel um 30 Prozent zu steigern. Die Europäische Union ist derzeit Neuseelands drittgrößter Handelspartner. Im Jahr 2021 umfasste der Handel Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von rund 7,8 Milliarden Euro.

Förderung von Nachhaltigkeitszielen

Das Abkommen zielt darauf ab, Zölle auf viele Produkte abzuschaffen, sieht aber auch Strafen vor, wenn ein Partner gegen Umweltvorschriften oder Mindestarbeitsnormen verstößt. EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis sagte, dies würde dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele voranzubringen. Verstöße gegen Klimaschutzbemühungen können geahndet werden.

Auch andere EU-Politiker begrüßten die Einigung. „Der Warenhandel könnte um bis zu 47 Prozent zunehmen. Mit einem Fokus auf nachhaltige Produkte stellt das Abkommen einen Fortschritt in Richtung verantwortungsvollen Handels dar“, sagte Europapolitikerin Svenja Hahn.

Der SPD-Politiker Bernd Lange hat den Nachhaltigkeitsanspruch der Europäischen Union und Neuseelands als Ziel und Bedingung ihrer Zusammenarbeit begrüßt.

Alternativen zu China und Russland

Deutschland sucht derzeit nach Alternativen zum Handel mit Russland und China und hofft auch auf Abkommen mit Indien und Kanada. Am Freitag will das Bundeskabinett die Ratifizierung des Freihandelsabkommens CETA mit Kanada vorantreiben. Die Bundesregierung hofft auf ein baldiges Inkrafttreten von CETA in der Europäischen Union.

Leave a Comment

%d bloggers like this: