Ruangrupa entschuldigt sich, Claudia Roth repariert Documenta – Kultur

„Wir alle haben es versäumt, die antisemitischen Charaktere in Aktion zu erkennen“, schreibt die Künstlergruppe Ruangrupa In einem Statement in englischer Sprache zur Documenta Fifteen. „Das ist unsere Schuld. Wir entschuldigen uns für die Enttäuschung, Scham, Frustration, den Verrat und den Schock, den wir den Zuschauern zugefügt haben.“ Die aus Indonesien angereisten Kuratoren der Weltkunstschau sagen in ihrem seit Tagen erwarteten Statement, dass sie „jetzt voll und ganz verstehen“, dass die Bilder nahtlos von der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte anknüpfen, als Juden verfolgt und getötet wurden bisher unvorstellbare Ausmaße.

„Es ist schockierend, nicht nur, aber besonders für die jüdische Gemeinde in Kassel und in ganz Deutschland, die wir als unsere Verbündeten betrachten und die bis heute unter dem Trauma der Vergangenheit leben, unter Diskriminierung, Vorurteilen und Ausgrenzung leiden.“ Gleichzeitig weisen die Kuratoren der Ausstellung darauf hin, dass das fünfzehnte Dokument offen bleiben soll und hoffen, den begonnenen Dialog fortsetzen zu können.

während Claudia Roth, Kulturstaatssekretärin im Kanzleramt, hat einen Fünf-Punkte-Plan veröffentlicht, mit dem die Bundesregierung wieder mehr Einfluss auf die Weltkunstmesse gewinnen kann.. „Die Beseitigung des Begriffs Antisemitismus war nur der erste Schritt“, heißt es in der Erklärung. Nun seien eine Neubewertung und „strukturelle Reformen“ nötig, um „das Dokument für die Zukunft neu aufzustellen“. Über den notwendigen Strukturwandel ist sie mit Hessens Kultusministerin Angela Dorn im Gespräch.

„Rückzug aus dem Aufsichtsgremium“ bei „gleichzeitigem Festhalten an der Bundesförderung“, war die Logik. „Die bislang primär nationale Verantwortung der Documenta steht in keinem Verhältnis zu ihrer Bedeutung als eine der bedeutendsten Kunstgalerien der Welt.“ Finanzielle Unterstützung des Bundes soll künftig an eine „direkte Beteiligung an Strukturen“ geknüpft werden. Neben der Bundesebene sind auch internationale Erfahrungen in der Documenta-Betreuung und im Management erforderlich. „Die Einbindung internationaler Erfahrungen und der Pluralismus der deutschen Gesellschaft einschließlich des Zentralrats der Juden sollten dabei ebenso eine Rolle spielen wie eine klare Abgrenzung der Verantwortlichkeiten.“

Wir behalten uns auch das Recht vor, die Einladung einzelner Künstler zu stornieren.

Roths Plan offenbart das Potenzial für schwerwiegende Fehler in Kassel: Jedenfalls hat der Staatssekretär noch keine Verträge oder Vereinbarungen über die Zuständigkeiten der jetzigen Galerie erhalten.

Auf Wunsch von “Experten” von Roth, die nach anderen problematischen Arbeiten suchen Der GM ist jetzt auch auf der Documenta Fifteen Angekündigt: Sabine Scheuermann sagt zu, Experten einzustellen, darunter die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt: „Antisemitische Darstellungen werden klar abgeschafft, umstrittene Positionen werden diskutiert. Wir behalten uns auch vor, Einladungen einzelner Künstler zurückzuziehen.“ Auch die Documenta Fifteen Rooms werden voraussichtlich vorerst geschlossen bleiben. Der versprochene Dialog soll am Mittwoch nächster Woche mit einer Podiumsdiskussion beginnen.

Dies Das Internationale Auswahlkomitee, das die indonesische Gruppe als Koordinatoren auswählte, gab eine eigene Erklärung ab Veröffentlicht fast gleichzeitig mit Ruangrupa, agape. Sie ist jedoch nicht eindeutig formuliert. Sie ist „schockiert“ über die antisemitische Karikatur, weist aber darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen Kritik am Staat Israel und Antisemitismus gebe. Dann wird auf das „Erbe des Kolonialismus“ eingegangen, und schließlich wird der Taring-Padi-Gruppe ausdrücklich „Respekt“ gezollt – für ihren langjährigen Kampf gegen die Suharto-Diktatur in Indonesien.

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