Schlaganfall: 4 Risikofaktoren bleiben oft unbekannt

Aktualisiert: 30.06.2022 – 13:22

Zwei Drittel aller Fälle
Forscher identifizieren 4 unbekannte Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Foto: Getty Images/Justlight

Starke Kopfschmerzen sind ein Hauptsymptom des Schlaganfalls. Einer aktuellen Studie zufolge werden wichtige Risikofaktoren oft nicht im Vorfeld erkannt.

Zwei Drittel der Schlaganfälle werden vorher nicht diagnostiziert. Das ist das Ergebnis einer Studie aus der Schweiz.

Plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen, Sprachstörungen und Lähmungen sind typische Anzeichen eines Schlaganfalls – etwa 270.000 Menschen in Deutschland leiden jährlich an dieser Herz-Kreislauf-Erkrankung, die schwerwiegende Folgen haben kann. Nun zeigt eine Studie, dass wichtige Risikofaktoren oft unentdeckt bleiben. Vier davon sind besonders wichtig.


Schlaganfall: 4 unbekannte Risikofaktoren


Rauchen, Alkohol, Stress und Bewegungsmangel sind wichtige Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Eine Schweizer Studie, die Daten von fast 4.000 Schlaganfallpatienten von 2003 bis 2018 analysierte, zeigte, dass mehr als zwei Drittel von ihnen zuvor einen unbekannten Hauptrisikofaktor hatten. Demnach wussten etwa 800 Teilnehmer nichts über bestimmte Risikofaktoren im Zusammenhang mit einem Schlaganfall.


Die vier häufigsten unbekannten Risikofaktoren für einen Schlaganfall


  1. Dyslipidämie
    74 Prozent aller Schlaganfallpatienten haben eine sogenannte Dyslipidämie. Bei mehr als der Hälfte wurde zum Zeitpunkt des Schlaganfalls keine Dyslipidämie diagnostiziert.
  2. Bluthochdruck
    Bluthochdruck (Hypertonie) war mit 23,7 % der zweitgrößte unerkannte Risikofaktor.
  3. Vorhofflimmern
    Vorhofflimmern, eine überwiegend chronische Herzerkrankung, rangiert mit 10,2 Prozent an dritter Stelle der nicht diagnostizierten Risikofaktoren.
  4. Diabetiker
    Diabetes ist mit 5,2 Prozent der vierthäufigste unerkannte Risikofaktor für einen Schlaganfall.

„Wir haben immer noch ein Gesundheitssystem, das auf akute Krankheiten ausgelegt ist und nicht auf chronische Krankheiten oder präventive Maßnahmen“, erklärte André Rêgo vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois in Lausanne, der die Ergebnisse jetzt auf der Konferenz der European Academy of Neurology vorstellte. Um das Ziel einer gesünderen Bevölkerung zu erreichen, muss sich dies ändern.


Häufige unerkannte Risikofaktoren bei jungen Menschen


Nicht diagnostizierte Risikofaktoren traten insbesondere bei jungen Menschen auf, aber auch im Zusammenhang mit der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) bei Patientinnen unter 55 Jahren oder bei Raucherinnen ab 55. Gleichzeitig waren weniger Patientinnen in der Gruppe Personen, die übergewichtig sind oder Thrombozytenaggregationshemmer (Gerinnungshemmer) eingenommen haben.


Laut Rigo konnten Wissenschaftler das “Übergewichtsparadoxon” noch nicht vollständig erklären. Vielleicht liegt das an dem Irrglauben, dass ein normales Gewicht automatisch mit einem gesunden Lebensstil einhergeht.


_____


Quellen: focus.de, aerzteblatt.de, gesundheitsinformation.de, schlaganfall-hilfe.de


Weitere Informationen zu Themen Gehirnangriff Herzgesundheit gibt es hier:





die Gesundheit

die Gesundheit

Alles rund um Gesundheit und Ernährung

Beschreibung anzeigen


Leave a Comment

%d bloggers like this: