Sturm in Kärnten: Bäume entwurzelt, 600 Familien ohne Strom

Der bisher heißeste Tag des Jahres – 37,2 Grad wurden in St. Andra im Lavantal gemessen – endete in Kärnten und Osttirol mit Sturm, Hagel und Platzregen. Nach 15 Uhr hat die Unwetterwarnzentrale (UWZ) bereits die zweithöchste Warnstufe ausgesprochen. Sie gilt für Teile mehrerer Kärntner Regionen sowie für die Region Linz. Am Abend zog die Sturmfront nach Osten.

Kurz vor 18 Uhr lag der Fokus auf Feuerwehreinsätzen in der Region Villachland und im unteren Dru-Tal, wie die Landeswarn- und Warnzentrale (LAWZ) mitteilte. Feuerwehrteams wurden auch im Rest des Landes eingesetzt. Die Aufgabe bestand darin, die Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien, Keller auszupumpen und Überschwemmungen zu beseitigen. LAWZ zählte kurz vor 20.30 Uhr rund 130 Feuerwehreinsätze in ganz Kärnten – überwiegend im Unteren Drutal.

600 Haushalte ohne Strom

Wie Kärnten Neitz berichtete, waren mit Stand 20.15 Uhr 600 Familien in Kärnten ohne Strom. Bäume stürzten auf Stromleitungen, zudem gab es Blitzeinschläge. „Es gab eine interne Dynamik. Nochmal, dann nochmal sagen. Heute haben wir schon 1.600 Familien ohne Versorgung“, sagt Robert Schmrans von Karentin Netze. Ausfälle gibt es noch in der Region Glanz, rund um Liebenfels, bei Großgörtschach bei Magdalensberg und in Ober-/Untermieger. Neue Störungen traten am Abend in Pribelsdorf bei Edling und in der Gemeinde Hüttenberg auf. „Unsere Mechaniker sind vor Ort, aber wir arbeiten noch an den Problemen“, sagte Schmaranz. Der größte Teil der Störung wird voraussichtlich am Freitag behoben.

Das Riesenrad stand in Villach

Schlechtes Wetter zog am späten Freitagnachmittag in Villach ein. Die Räumung stand laut Veranstalter nicht zur Diskussion. Das Riesenrad stand still. Es kann später wieder eingeschaltet werden. Wassereinsparung im Faker See Zwei erschöpfte Schwimmer. Im unteren Dru-Tal, vor allem in den Gemeinden Paternon, Ferndorf und Weißenstein, sind rund ein Dutzend örtliche Feuerwehren im Einsatz. „Die Keller wurden überflutet und Bäume fielen auf die Straßen“, sagte Liberte Pickol, die Feuerwehrchefin des Bezirks. Auch ein Feuer war zu bekämpfen, in Pöllan setzte ein Blitz einen Holzstoß in Brand.

Auch in der Drautalstraße (B 100) kam es zu Verzögerungen. Der Abschnitt zwischen Paternion und Feistritz war lange gesperrt. Ein Baum fiel auf Paternion-Ebene und die Straße wurde mit Wasser überflutet. Auf der Tauernautobahn (A 10) zwischen Spittal und Villach mussten Verkehrsteilnehmer aufpassen. Die Kärnten-Antenne hat in diesem Bereich Aquaplaning und Starkregen gemeldet.

Heil in Drutal
© KK / Privat

Auch Hagel aus großer Höhe wurde gemeldet. Um 17 Uhr wütete ein Hagelschauer in der Gipfelregion Stileck/Rabenkofel in Oberkärnten.

Hagel auf einem Berggipfel hoch in Kärnten

Hagel auf einem Berggipfel hoch in Kärnten
© KK / Tragatschnig

Der Samstag ist unfreundlich

Auch am Samstag besteht Gewittergefahr. Martin Ortner, Meteorologe am Zentralinstitut für Meteorologie und Dynamik in Klagenfurt, prognostiziert: „Der Samstag wird sehr unbeständig. Die Sonne scheint nur gelegentlich. Die Luft ist feucht, warm und instabil.“ Nach einem noch trockenen Morgen bilden sich ab Mittag immer mehr Quellwolken. „Am Nachmittag und Abend ist in ganz Kärnten mit Starkregen und Gewittern zu rechnen. Lokal können in kurzer Zeit große Regenmengen fallen“, sagt Ortner. Eine Erkältung hält er für unwahrscheinlich, kann sie aber nicht ganz ausschließen. Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 29 Grad. Die Organisatoren des Villacher Kirchtags haben bereits auf die Wettervorhersage reagiert und Der Trachtenumzug wird bis 15 Uhr präsentiert.

Eine Kombination aus Sonne und Wolken

Der Sonntag wird eine Mischung aus Wolken und sonnigen Perioden sein. Es sollte weitgehend trocken bleiben. In den westlichen Teilen des Landes können sich am Nachmittag einige lokale Gewitter bilden. Die Temperaturen steigen auf 23 bis 27 Grad.

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