Theaterregisseur Hans Holmann ist im Alter von 89 Jahren verstorben

Kunst- und Kulturstaatsministerin Andrea Mayer (Greenz) entgegnete: „Mit Hans Holmann verlieren wir nicht nur einen bedeutenden Regisseur zeitgenössischer Dramatiker, sondern auch einen inspirierenden Lehrer für künftige Theatergenerationen.“ Auch die Wiener Kulturstadträtin Veronica Köpp-Hassler (SPÖ) würdigte den Verstorbenen: „Ob die Wiener Festwochen, das Burgtheater oder das Theater in der Josefstadt – Wien hatte als Wirkungsstätte eine große Bedeutung für Hans Holmann. Die Wiener verdanken ihm viele einflussreiche Theaterabende. Beeindruckend und nachdenklich machend.“

Geboren am 4. Februar 1933 als Sohn eines Musiklehrers, studierte er Rechtswissenschaften in Graz. „Es war das Brotstudium, für das ich immer dankbar war, weil es mich gelehrt hat, klar zu denken“, sagte Holman einmal in einem Interview mit der APA. Als Arbeitssuchender unter anderem als Nachtwächter. Nach seiner Promotion 1956 besuchte er das Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo er Schauspiel und Regie studierte. Anschließend wirkte er von 1958 bis 1968 am Theater Der Josefstadt in Wien. Als Regisseur erlangte er erstmals 1967 mit seiner Inszenierung von Audon von Horvaths „Italienische Nacht“ am Staatstheater Stuttgart überregionale Bekanntheit. „Ich habe mit Horvath zusammengearbeitet“, sagt Holman, der sich schon immer besonders für österreichische Dramen interessiert hat.

Mit seinen jüngsten Produktionen prägte Holman die Theaterästhetik der 1970er und 1980er Jahre und wirkte auf allen wegweisenden Bühnen mit. In Basel war er von 1975 bis 1978 auch Direktor des Theaters – und blieb seine einzige Direktionsposition. “Ich habe gesehen, dass ich mich damals als Regisseur nicht verbessert hatte. Ich war damals sehr froh, wieder frei zu sein und habe es nie bereut.” Geschrieben von Elias Canetti, dessen Wissen Holman viel bedeutete, inszenierte er in Bonn „The Comedy Vanity“ (1978 in Basel), „The Limited“ (1983 in Stuttgart) und „The Wedding“ (1985 am Wiener Akademietheater). brachte unter Elfriede Jelinek “Clara S.” (1982) und “Krankheit oder moderne Frauen” (1987) sowie “War” (1987) und “Colic” (1988) unter der Regie von Rainald Goetz bei ihrer Uraufführung.

Holman sagte, seine siebenstündige Inszenierung von „The Last Days of Mankind“, die er 1974 für Basel und 1980 für die Wiener Festwochen schuf, „war sicherlich eines meiner wichtigsten Werke“. Frühe “Kabale und Liebe” – Inszenierung (1970 am Schiller Theater in Berlin) oder Uraufführung von “Baby Wallenstein” von Herzmanowski Orlando (1984 in Zürich).

“Eines der Dinge, die mir immer große Freude bereitet haben, war die Möglichkeit, ein Stück mehrmals zu inszenieren.” Unter seinen mehr als 150 Produktionen befinden sich drei Inszenierungen der „Flidermaus“, zudem präsentierte er dreimal Goldonis „Sommerfrische-Trilogie“ und widmete sich zweimal Horvaths Dramaserie „Geschichten aus dem Wienerwald“ oder „Der letzte Tag“. “.

In Wien sang Holman u.a. in „Hamlet“ (mit Klaus-Maria Brandauer, 1985 am Burgtheater), Raymonds „Albinkönig und Meinschenweinde“ (1990) und Tankred Dursts „De Chatenlini“ (1995 im Akademischen Theater) . ) und in dem Film „Der Tower“ von Hugo von Hoffmannstall (1997), Regie führte. Am Theater der Josefstadt inszenierte er 2006 „Bunbury“ und 2008 „Unverhofft“ von Nestroy. 2010 stand Prinz Surau in der Kinofassung von Carl Barattas „Verstör“ von Thomas Bernhard auf der Bühne des Landestheaters NÖ.

Seit 1977 wendet sich Holman, Träger der Joseph-Kaines-Medaille und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und Mitbegründer eines Studiengangs für Theaterregie in Frankfurt, verstärkt dem Musiktheater zu. Nach Mozarts „Don Giovanni“ in Frankfurt betreute er am Theater Basel „Rheingold“ und „Die Walker“ für Wagner. 1981 fand in seiner Heimatstadt Graz die österreichische Erstaufführung der Trilogie mit den Werken „Lulu“ von Alban Berg statt. Zu seinen wichtigsten Opern in den 1990er Jahren zählen außerdem „Tannhäuser“ (Deutsche Oper am Rhein 1995), „Le Nozze di Figaro“, „Die Frau ohne Schatten“ (Semperoper Dresden 1995 und 1996), „Elektra“ in der Oper Grazer (1995 ) und „Parzival“ (Oper Zürich 1996).

Auch im Alter konzentrierte er sich auf das Musiktheater. Am Theater Für Niedersachsen inszenierte Brecht / Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, am Stadttheater Gießen Ernst Kreneks Kehraus um St. Stephan, wo er auch Ariadne auf Naxos aufführte. „Ein toller Job“, fasste Hans Holmann seinen Werdegang mit einem Augenzwinkern zusammen. “In meinem nächsten Leben werde ich ihn jedes Mal wieder wählen.”

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