Waldbrände wüten in Südfrankreich, der Toskana und auf Kreta

Die Waldbrände an der französischen Atlantikküste breiteten sich weiter aus. Innerhalb einer Woche seien 19.300 Hektar Land südlich von Bordeaux abgebrannt, teilte die Provinz Gironde am Dienstag mit. Am Dienstag blieb die Lage ungünstig. Starke Winde haben es den Einsatzkräften häufig schwer gemacht, Brände auf dem Festland einzudämmen. Auch in der Toskana in Italien und auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta wurden Einsatzkräfte benötigt.

Nach Angaben des Landkreises war die Nacht zum Dienstag sehr schwierig. Ein Seniorenheim in der Nähe von Test de Boch wurde geräumt. Seit vor einer Woche in Teste de Buch und Landeras schwere Waldbrände ausbrachen, mussten mehr als 34.000 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen. Ein Zoo in der Umgebung wurde ebenfalls teilweise geräumt und etwa 370 Tiere sind in einem anderen Zoo untergebracht. Die Ermittler vermuten nun Brandstiftung bei dem Brand in Landeras. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bordeaux wurde ein Mann in Polizeigewahrsam genommen.

Die italienische Feuerwehr hat Anwohner wegen eines großen Waldbrandes in der Toskana in Sicherheit gebracht. In der Gemeinde Maarusa nördlich von Pisa ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben des toskanischen Zivilschutzes wurde das Feuer in der Nacht von Nordostwinden entzündet und bedrohte Wohnhäuser. Etwa 30 von ihnen wurden evakuiert. Auf der griechischen Insel Kreta wüten derzeit heftige Brände.

Unterdessen haben die italienischen Behörden die Verkehrsbrücke zwischen Lucca und Viareggio wiederholt gesperrt. Drei Helikopter und zwei Löschflugzeuge unterstützen zwölf Löscheinheiten am Boden.

Wochenlang sorgten Italiens anhaltende Dürre und häufige Winde dafür, dass sich die Brände schnell ausbreiteten. Experten gehen davon aus, dass Dürren stärker und länger werden – als Folge des Klimawandels in dem beliebten Urlaubsziel von fast 60 Millionen Menschen. Derzeit brechen immer wieder Busch- und Waldbrände von Nord nach Süd sowie auf den Inseln Sardinien und Sizilien aus. Manchmal steckt Fahrlässigkeit oder Brandstiftung hinter diesem Verhalten.

Der Bürgermeister der Region, Giannis Tatarakis, sagte am Dienstag gegenüber dem griechischen Nachrichtensender Real FM, dass schwere Brände südlich der Küstenstadt Rethymno auf Kreta große Teile des Ackerlandes zerstört hätten. Bis heute wurden mehr als 1.850 Hektar abgebrannt. „Es sind im Grunde Olivenbäume”, sagte der Bürgermeister. „Viele Menschen haben überhaupt kein Einkommen.”

Die Feuerwehr dämmte die Flammen mit Löschhubschraubern, Löschflugzeugen und Hunderten von Feuerwehrleuten und Freiwilligen ein. Das staatliche Radio teilte mit, die Explosion sei am Freitag ausgebrochen. Der Zivilschutz warnte am Dienstag, dass die Brandgefahr aufgrund von Dürre und starken Winden in Südgriechenland weiterhin sehr hoch sei.

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